So heißt unser laufendes Projekt seit März 2026. Wir sammeln Informationen über das Leben unserer Vorfahren. Bei den Ausflügen erkunden wir die Stadt Stuttgart und suchen nach Spuren über die Lebensbedingungen vor allem in den letzten 150 Jahren.
Wir gehen an Plätzen und Orte in Stuttgart vorbei und zeigen Verbindungen auf zur Geschichte und zum aktuellen Zeitgeschehen. Bei mehreren Touren suchen wir gemeinsam mit Jugendlichen nach Spuren, die uns über die Lebensbedingungen unserer Vorfahren erzählen.
Was gibt es zu entdecken: Bei unserer ersten Runde ging es um Architektur: Wir besuchten die Kochenhof- und die Weissenhofsiedlung, zwei modellhafte Orte, die sehr unterschiedlich sind. Die Weissenhofsiedlung entstand 1927 in der Nähe des Killesberges und gilt als eine der bedeutendsten Architektursiedlungen der Neuzeit. In der kurzen Bauzeit von nur 21 Wochen entstanden 21 Häuser mit insgesamt 63 Wohnungen. Damit handelt es sich hier nicht um eine gewachsene Siedlung, sondern um das Resultat der Ausstellung „Die Wohnung“. Teilweise ist sie in die Liste der UNESCO Welterbe aufgenommen.
Unweit davon, ebenfalls nähe Killesberg befindet sich die Kochenhofsiedlung. Die ursprünglichen Planungen von 1928 gingen von einmn bewusst traditionalistischen Gegenmodell zur Weissenhofsiedlung aus. im Stuttgarter Stadtteil Killesberg ist eine 1933 unter der Leitung des Architekten Paul Schmitthenner von Vertretern der Stuttgarter Schule in Holzbauweise errichtete Modellsiedlung. Die insgesamt 25 Einzelhäuser der Siedlung wurden 1933 unter Mitwirkung der deutschen Forstwirtschaft im Rahmen der Bauausstellung „Deutsches Holz für Hausbau und Wohnung“ gebaut. Die Anforderungen an „Deutsches Bauen“ wurden von den Nazis definiert und den Architekten widerspruchslos realisiert. Dazu gehörte unter anderem ein Satteldach, was einen grundsätzlichen Unterschied zur Weissenhofsiedlung ausmacht.
Der zweite Rundgang führte durch Stuttgart-Süd mit dem Oberthema wohnen und arbeiten in unmittelbarer Nähe. Die Strecke begann am Erwin-Schoettle-Platz und führte über Mörikestraße, Adlerstraße, Böheimstraße und Dornhaldenstraße zum Eiernest. Innerhalb dieses kleinem Areal standen dutzende Fabriken verschiedener Art, meistens jedoch Textilproduktion. Die Firmen sind verschwunden oder weggezogen, nur die Gebäude stehen noch und werden anderweitig genutzt. Größter Arbeitgeber in Stuttgart-Süd ist nun das Marienhospital mit ca. 2.000 Beschäftigten. Eine industrielle Produktion findet nach der Schließung des Zeiss-Ikon Kamerawerkes 1972 nicht mehr statt.
Auf dem Programm steht unter anderem noch:
- Stuttgart Ostheim: Schlachthof, Gaskessel und Arbeitersiedlungen,
- Villa Berg, Werahaus und Russische Kirche (deutsch-russische dynastische Heirat),
Los geht’s zur 1. Runde am Killesberg
Kochenhofsiedlung – sieht nicht sehr modellhaft aus
ehemalige Gaststätte „zum Holzwurm“
Pause muss sein
Jetzt zur Weissenhofsiedlung
Drei Reihenhäuser von Mart Stam
Wohnblock von Mies van der Rohe
Le-Corbusierhaus
Reihenhäuser von Jacobus Oud
2. Runde: Treffen und warming up am Erwin-Schoettle-Platz
Ehemalige Trikotagenfabrik Wilhelm Benger und Söhne Böblinger Str.
Stadtbad Heslach 1929 erbaut
Plakette der ehemaligen Fabrik für Papierausstattung Eugen Lemppenau, Adlerstr.
Zur Tour gab es einen Bogen mit Quizfragen
Arbeiterwohnungen in der Möhringer Str.
Marienhospital, erbaut 1890. Unsere Tour führte natürlich mitten durchs Gebäude
Ehemalige Fabrikanlage der Trikotfabrik Lang und Bumiller, heute Institute und Labors des Marienhospitals
Kamerafabrik Zeiss-Ikon (rechts). Von einem Wohnhaus links kaum zu unterscheiden
Das „Eiernest“, eine Wohnsiedlung mit 176 Einfamilienhäusern, erbaut 1927
Die Jakobinermütze am Eingangsportal zur Böheimsiedlung
Gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Programms „Wir sind dabei! – Wertstätten der Demokratie
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